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DEUTSCHLAND (II)

26/12/2014 • sonstige Modelle

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Das Angebot war verlockend: Vor vielen Jahren wurde in einer Onlineauktion ein Modell des Eisenbahnfährschiffes DEUTSCHLAND der Vogelfluglinie im äußerst seltenen Maßstab 1:87 (H0) angeboten. Die dazugehörigen Bilder war gering aufgelöst, ließen aber schon erahnen, dass es ein Problemkind war. Später, bei der Abholung, zeigte sich das gesamte (katastrophale) Ausmaß. Und so möchte ich hier auch der Frage nachgehen, ob es Sinn macht, Schrottmodelle zu restaurieren.

IFModelle werden oft übers Internet angeboten und Liebhaber solcher Schaustücke stehen dann vor der Qual der Wahl. Kaufen oder besser die Finger weglassen? Meine Erfahrungen damit sind negativer Natur und machten mir klar: lieber jahrelang selbst bauen, als etwas Fertiges kaufen. Es sei denn, es ist in Museumsqualität, was aber unbezahlbar ist (Ausnahme ist Graupner, die bieten sowas tatsächlich, weil sie in großen Stückzahlen und im „preisgünstigen“ asiatischen Ausland bauen lassen).

IFDieses Modell der DEUTSCHLAND hatte es mir sehr angetan, als ich es im Internet sah, und ich erwarb es für sehr wenig Geld. Mir war klar, es restaurieren zu müssen, doch als ich es erstmals sah, verlor ich allen Mut. Es war einfach nur schrottig, unfertig und schnell für die Internetauktion mit Farbe aus dem Baumarkt überpinselt. Da stand es nun vor mir. Mülltonne oder doch den Aufwand der Restauration? Ich entschloss mich, daraus dennoch ein halbwegs ansehnliches Modell zu machen.

IFDer Aufwand dafür war groß und dauerte weit über ein Jahr. Da die Bugklappe fehlte, musste hier neu konstruiert werden. Die alte Farbe wurde komplett entfernt, ebenso wurde das Modell „dichtgemacht“. Ich entschied mich für ein reines Standmodell, weshalb keine RC-Komponenten eingebaut werden mussten.

DVC00105Das Modell hatte vor dem Verkauf jahrelang in einer Garage gestanden, so dass auch das Material bearbeitet werden musste, da entweder feucht geworden oder marode. Das Unterwasserschiff war nicht fertig geschliffen worden und es gab einige Konstruktionsfehler. Vor allem der Schornstein war falsch gebaut worden. Die Oberkante hatte eine Neigung nach hinten, die es so im Original nicht gab. Gleichzeitig mussten die Standorte der Außenhautöffnungen korrigiert werden.

IFDas das Original über die Jahre verschiedene äußerliche Zustände erlebte – zur Indiensstellung 1972 war manches anders als z. B. in den 1990er Jahren – legte ich mich auf den Zustand von 1990 fest. Hier hatte ich viele Fotos und Videos, um möglichst nahe an die Realität heran zu kommen.

DVC00132IFBis heute ist das Modell nicht ganz fertig. Die Rettungsinseln im vorderen Bereich des Bootsdecks fehlen, ebenso sind die Gestelle dafür nicht besonders schön anzusehen. Hier gibt es also noch Arbeit, wobei ich meine Aktivitäten diesbezüglich eingestellt habe. Irgendwann merkte ich, dass es einfacher gewesen wäre, das Modell komplett neu zu bauen, als Fehler des Vorgängers auszugleichen (und erstmal zu verstehen/ zu entdecken). Das soll dennoch kein „Vorwurf“ an den mir unbekannten Erbauer sein; es zeigt einfach nur, wie schwierig es (für mich) war, eine bereits bestehende unvollendete Arbeit in meinem Sinne zu einem gute Ende zu bringen.

Fazit: Nicht noch einmal. Wer bei Modellen eher pingelig ist – so wie ich – hat an einem Billigkauf wie diesem keine Freude. Lieber selbst konstruieren und bauen. Auch wenn mein Modell noch viele Unzulänglichkeiten hat, so ist es mit viel Aufwand dennoch ein Eyecatcher geworden, der mit seinen Farben weiß, blau und rot fast majestätisch im Raum thront. Ist mir die DEUTSCHLAND in 1:87 anfangs doch übel aufgestoßen, so habe ich sie im Laufe der Jahre trotzdem ins Herz geschlossen.

 

Das Modell hat folgende Maße:

Länge: 166 cm

Breite: 19,54 cm

Material: Metall (Bordwände), Holz (Decks, Unterwasserschiff)

 

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