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Von Delaware nach New Jersey: Lewes – Cape May

31/05/2014 • Seereisen, Travel Blog

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An der Ostküste der USA liegt zwischen Washington D. C. und dem Atlantik die ca. 300 Kilometer lange Delmarva-Halbinsel. Das Gebiet der bis zu 100 Kilometer breiten Halbinsel gehört zu den US-Staaten Maryland, Virginia und Delaware. Die Chesapeake Bay im Westen, der Atlantische Ozean im Osten und die Delaware Bay im Nordosten begrenzen die Delmarva-Halbinsel. Sie zählt zur Atlantischen Küstenebene, die sich von New York entlang der gesamten amerikanischen Ostküste bis zum Mississippidelta zieht. Der höchste Punkt der flachen Halbinsel liegt auf nur 32 Meter über NN. Bevor die Delaware Bay in den Atlantik übergeht, verbindet eine Fährlinie den US-Staat Delaware mit der Südspitze des US-Staats New Jersey im Norden. Diese Fährlinie fungiert als Fortführung der Route 9 und erspart somit das Umfahren der gesamten Delaware Bay.

 

IFDie Bucht liegt zwischen den US-Staaten Delaware sowie New Jersey und stellt den ca. 2000 km² großen Mündungstrichter des Flusses Delaware dar. Da bei Flut das Salzwasser des Atlantiks in die Bucht fließt und sich mit dem Süßwasser des Flusses mischt, handelt es sich bei der Bucht um eine große Brackwasserzone, die einer Vielzahl von Pflanzen und Tieren eine Heimat bietet. Marsch- und Wattlandschaften prägen die Ufer der Bucht.

 

IFLewes im US-Staat Delaware

Im Süden legt die Fähre in dem Örtchen Lewes an, das ca. 2700 Einwohner beheimatet. Im Osten des Orts lockt der Cape Henlopen State Park am Atlantik Besucher an, die Erholung und einmalige Natur suchen. Westlich von Lewes zieht sich ein langer Sandstrand entlang der Delaware Bay bis zum Prime Hook Nationalpark. Dieser bietet Zugvögeln einen Rastplatz und darüber hinaus zahlreichen Amphibien, Reptilien und Säugetieren eine Heimat. Nicht nur die Strände und Erholungsgebiete, sondern auch das Zwaanendael Museum, welches von der Gründung des Orts durch niederländische Siedler erzählt, lockt vor allem in den Sommermonaten zahlreiche Urlauber aus Washington D. C. an.

 

IFCape May im Bundesstaat New Jersey

Im Norden endet die Fährverbindung an der südlichsten Spitze des US-Staats New Jersey im Ort Cape May. Die Einwohnerzahl von 4000 verzehnfacht sich in den Sommermonaten aufgrund der Urlauber, die hauptsächlich aus dem im Norden liegenden New York und Philadelphia anreisen. Wie in Lewes liegen am Atlantik lange Sandstrände und an der Delaware Bay verschiedene Naturschutzgebiete – ein Paradies für Vogelliebhaber. Im Cape May Historic District stehen über 600 Häuser vom Ende des Viktorianischen Zeitalters (1837-1901). Der Ort preist sich zudem als das älteste Seebad der USA an.

 

IFDie Fährverbindung

Die 27 km lange Fährverbindung zwischen Lewes und Cape May dauert ca. 80 Minuten und besteht seit 1964. Alle eingesetzten Fähren befördern das ganze Jahr sowohl Autos, Wohnmobile, Busse und Motorräder als auch Fußgänger sowie Fahrradfahrer. Jedes Schiff nimmt ungefähr 100 Autos und 1000 Fahrgäste auf, wobei besonders in den belebten Sommermonaten für Autofahrer eine Reservierung Sinn macht. Die Reederei bietet Tickets für eine einfache Fahrt, aber auch für eine Hin- und Rückfahrt an. In Cape May und Lewes steht Fußgängern jeweils ein Shuttlebus zur Verfügung (Hin- und Rückfahrt plus Bus Kombiticket), um vom Fährterminal bequem in den jeweiligen Ort zu gelangen. Beide behindertengerechten und öffentlich zugänglichen Fährterminals umfassen auch Geschäfte, Aussichtsräume sowie gastronomische Angebote. Zudem kann man sein Auto an beiden Terminals sicher auf einem bewachten und kostenlosen Platz parken. Die Überfahrt führt an drei Leuchttürmen vorbei und manchmal begleiten Delfine die Schiffe. Bis zu einer Million Fahrgäste nutzen jedes Jahr die Fährverbindung zwischen Lewes und Cape May.

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Die Flotte und der Betreiber der Fährverbindung

Zur Flotte gehören die NEW JERSEY, CAPE HENLOPEN, DELAWARE und  – bis Mai 2014 – TWIN CAPES. Die Flotte stammt größtenteils aus den 1970er-Jahren, und in den 1990er-Jahren erfolgte eine grundlegende Überholung aller Schiffe. Zwei Dieselmotoren mit jeweils 4000 PS bringen die 98 m langen und 21 m breiten Schiffe auf eine Spitzengeschwindigkeit von 16 Knoten. Der Fährbetrieb startete ursprünglich als reines Verkehrsmittel, doch die Betreiber erkannten bald das Potenzial der Linie für den Tourismus. Heute besitzt jedes Schiff der Flotte neben einem komfortablen Sonnendeck mit Liegestühlen aus Holz auch eine Lounge und einen Geschenkartikelladen. An Bord finden auch z. B. Musikveranstaltungen statt.

IFDie „Delaware River and Bay Authority“ (DRBA) betreibt die Fährlinie, die sich auf ein Abkommen über gegenseitige Zusammenarbeit, welches die US-Staaten Delaware und New Jersey 1962 schlossen. Neben einer weiteren Fährlinie verwaltet die „Delaware River and Bay Authority“ ebenfalls verschiedene Flughäfen, eine Brücke und verfügt über eine Polizeiabteilung.

Gerade in die TWIN CAPES, 1985 für 14,5 Millionen US-Dollar gekauft, setzte der Betreiber große Hoffnungen und ließ sie 1998 für 20 Millionen US-Dollar umbauen, um das touristische Erlebnis der Linie zu stärken. Allerdings schlug dieser Versuch fehl, das Schiff lag die meiste Zeit und wurde nun für gerade einmal 750000 US-Dollar an Northstar Marine Services verkauft, um künftig in der Offshore-Windindustrie als ozeantaugliche Barge ohne Maschinenantrieb eingesetzt zu werden.

 

IFEin Fährhafen als Freizeitpark?

Vor allem das Fährterminal Lewes ist sehenswert, gerade für Europäer. Das kleine Terminal ist ein äußerst gepflegter Ort, der neben viel Grün und liebevoll angelegten Pflanzen einen Kinderspielplatz und eine Minigolfanlage zu bieten hat. Das gesamte Areal macht eher den Eindruck eines kleinen Freizeitparks, als eines Fährhafens. bereits am frühen Morgen beginnen zahlreiche Mitarbeiter mit der Rasen- und Blumenpflege oder bauen und schrauben an irgendwelche Häuschen oder sonstigen Einrichtungen. Auch eine Polizeistation ist auf dem Gelände.

Für den Betrachter europäischer Fähranlagen erscheint das ganze äußerst unwirklich, aber dafür nicht weniger interessant. Soviel Hingabe kennt man hier nicht, selbst in den „hochqualitativen“ Fährregionen Nordeuropas.

IF

 

 

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