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Von Tomakomai nach Akita mit Shin Nihonkai’s FERRY AZALEA

28/06/2015 • Ferry Crossings, Japan, Japan, Roadtrip Japan, Seereisen, Travel Blog


Soviel vorweg: Die Mitarbeiter von Shin Nihonkai Ferry haben den an sich schon guten japanischen Service noch einmal auf die Spitze getrieben. Und zwar so sehr, dass es mir am Ende schon etwas unangenehm war. Bericht von einer Reise auf FERRY AZALEA.

 

Mehr zum Thema Japan: http://justferries.de/japan

 

Die Fahrkarte hatte ich bereits vorher gebucht. Mit ihr ging ich in das Fährterminal von Shin Nihonkai in Tomakomai. Dort wollte man zunächst einmal die Fahrzeugpapiere sehen. In Japan – so meine Erfahrung – achtet man penibel auf die Längenmeter der Autos. Ab 5 Meter kostet es Aufpreis.

DSC02335Die Logistik des Stauens an Bord beginnt bereits im Hafen, denn für die Fähre ist Akita nur der erste Zwischenstopp. Wer dort also von Bord muss, reiht sich bereits in Tomakomai in die richtige Spur ein.

Die Beladung verläuft ähnlich der in Europa. Zunächst geht die Fracht an Bord. Danach folgen die Passagiere und ihre Autos. In den Fahrzeugdecks sind genügend Mitarbeiter, die einem zeigen, wohin man den Wagen stellen muss. Oft haben sie Leuchtstäbe dabei… und natürlich Trillerpfeifen! Die Beschilderung an Bord ist OK, im wesentlich natürlich japanisch, wenngleich Sicherheitshinweise auch in englischer Sprache verfügbar sind.

DSC023671994 wurde FERRY AZALEA als eines von vier Schwesterschiffen in Dienst gestellt. Zwei der Schiffe sind bereits aus Shin Nihonkais Flotte ausgeschieden und nach Europa verkauft worden. Die verbliebenen pendeln auf der Route Otaru – Akita – Niigata – Tsuruga. Man sieht der FERRY AZALEA ihr Alter in einigen Bereichen an, dennoch ist alles sehr gepflegt. Als Unterbringungsmöglichkeiten kann man zwischen verschiedenen Kabinen-Kategorien wählen – die Suiten haben sogar Balkons. Oder man nutzt eine der preiswerten Schlafmöglichkeiten in Abteil-Kabinen. Das sieht eher nach Militär aus. Schließlich bleiben noch die auf japanischen Fähren oft zu findenden Dormitorys. Das sind nicht ganz so große Schlafsäle, sehr spartanisch, mit TV-Geräten ausgerüstet, in die sich die Leute auf den Boden legen. Kopfstützen gibt es auch noch. In Europa kennen wir dieses nicht.

DSC02430Ich zog eine Kabine vor und stand schon bald an der Information, um mir den Schlüssel zu holen. Äußerst positiv überrascht wurde ich von der ausschließlich japanisch sprechenden Mitarbeiterin, als sie mir ein handschriftlich (extra für mich!) geschriebenes Blatt Papier übergab, auf dem japanische Sätze und darunter stehende englische Übersetzungen waren sowie auf der Rückseite ein Schiffsplan, in dem der Weg zu meiner Kabine und dem Restaurant eingezeichnet war. Angesichts dieser Bemühungen um mich war ich ziemlich “baff”. Da hatte sich jemand vorher hingesetzt und all das für den Gast aus Europa aufgeschrieben.

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Das musste ich einfach als Erinnerung mitnehmen. Persönlicher handschriftlicher Übersetzungsservice auf der FERRY AZALEA für den einzigen europäischen Gast der Reise. Auf der Rückseite ein Schiffsplan mit eingezeichnetem Weg zur Kabine und zum Restaurant.

 

Dabei blieb es nicht. Später kam die Dame von der Information sogar bis zur Kabine, klopfte, wartete bis ich öffnete und wollte mich zum Essen bringen. Es war mir fast schon unangenehm, ihr klarmachen zu müssen, dass ich bereits gegessen hatte. Das dauerte ein wenig. Sie ließ erst locker, nachdem ich per Zeichensprache “Nein” sagte, in Japan sind das gekreuzte Arme. Morgens muss man übrigens auch den Schlüssel nicht zur Information bringen; er wird mit einem sehr freundlichen Lächeln und einer tiefen Verbeugung abgeholt.

Klar, so etwas gibt es bei uns schon aufgrund der anderen Mentalitäten nicht – dennoch sei an dieser Stelle angemerkt, dass dieser Service zusammen mit der Kabine über dem Niveau vieler Kreuzfahrtschiffe liegt.

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In Japan populär, in Europa unbekannt: Dormitory zur preiswerten Übernachtung. Man könnte sagen: “kleine Schlafhalle”.

 

Die Kabine… riesig. Das Bad mit Badewanne und der obligatorischen High-Tech-Toilette. Großes Bett, Sitzecke, TV und ein nicht gerade kleiner Balkon gleich hinter der Brücke. Die FERRY AZALEA mag schon über 20 Jahre alt sein, mit dieser Ausstattung hat sie Kreuzfahrtniveau.

Die übrigen Einrichtungen an Bord entsprechen denen der europäischer Fähren. Es gibt eine Cafeteria, ein Restaurant, einen Shop sowie Sporträume, Bar und einen Whirlpool auf dem Sonnendeck achtern. Es gibt neben dem Sportbereich noch eine Spa-Abteilung.

DSC00186Das Schiff war sehr sauber, gut in Farbe und ich bedaure, dass die Überfahrt so schnell vorbei ging. Dinge wie Entertainment habe ich nicht gesehen; ob es so etwas wie Live Musik gibt weiß ich nicht. Hinweise darauf fand ich jedenfalls nicht. Ein Kino ist vorhanden, aber ob und welche Programme dort gespielt wurden, blieb mir ebenfalls verschlossen. Allerdings war ohnehin nicht genug Zeit dafür.

Die Ankunft in Akita war – natürlich (für japanische Verhältnisse!) – pünktlich. Überpünktlich. Das Einlaufmanöver konnte bequem vom eigenen Balkon beobachtet werden, ehe es hieß: Abschied nehmen.

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Akita voraus! Morgendliches Einlaufen bei Sonnenschein. Blick vom Balkon der Kabine. 

 


 

         

 

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