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Menorca auf dem Seeweg

17.09.2017 • Balearia, Ciutadella, Seereisen, Trasmediterranea, Travel Blog, Travel Reports


In diesem Jahr verzeichnete Mallorca einen neuen Besucheransturm. Während die beliebte Baleareninsel aus allen Nähten platzt – wie ich selbst am Flughafen Palma de Mallorca bei unserer Ankunft beobachten konnte – fristet die kleine Nachbarinsel im Osten ein eher beschauliches Dasein. Oder haben Sie schon einmal von jemandem gehört, der Urlaub auf Menorca macht? Grund genug, sich auf die Fähre nach Menorca zu begeben, die ab Alcúdia (Mallorca) täglich mehrfach übersetzt.

Gleich zwei Reedereien teilen sich den Kuchen auf dieser Strecke. Da ist einmal (Neuerdings) Trasmediterranea, die nach dem Ende der Reederei Iscomar nun auf der Linie unterwegs ist. Übrigens mit dem gleichen Schiff wie Iscomar, mit der schon recht betagten NURA NOVA. Und schließlich mischt auch Baleària mit, die verschiedene Schiffe zwischen Alcúdia und Ciutadella im Westen Menorcas laufen lassen. Neben konventionellen Schiffen wie der MARTIN I SOLER und NIXE.

Wir gingen an einem schönen Tag im August 2017 an Bord der beiden Fähren NURA NOVA (hin) und NIXE (zurück).

Leichtes Chaos beim Boarding

Alcúdia im Westen Mallorcas verfügt über eine sehr moderne Fähranlage, die sehr groß erscheint. Dementsprechend leer sieht alles aus. Die kleine NURA NOVA verliert sich hier fast, die noch kleinere NIXE sowieso.

Warten auf die NURA NOVA

Alcudia: Warten auf die NURA NOVA

Boarding in Spanien kann, wie ich schon an anderer Stelle schrieb, etwas seltsam sein. Während es z. B. in den meisten italienischen und französischen Häfen egal ist, welches Autokennzeichen man hat, muss es hier auf dem Ticket stehen, sonst kommt man nicht mit. Bei einer Mietwagenbuchung – wie in unserem Falle – also ein Problem, wenn man vorab im Internet bucht. Da ich diese Problematik aber kannte, machte ich mich nach Ankunft im Terminal sofort auf, um im Ticketbüro von Trasmediterranea ein neues Dokument zu bekommen. Abgesehen von der langen Schlange am Schalter und den ewigen Diskussionen zwischen Schalterpersonal und Kunden – ebenfalls schon bekannt – klappte das problemlos.

Das Anbordfahren auf die Fähre verlief aber nicht so reibungslos. Es ist so, dass das Personal an jedes Auto kommt, den Barcode einliest und somit Freigabe zum Befahren der Fähre gibt. Zu dumm nur, dass in unserem Falle ein offenbar sehr geistesabwesender Mitarbeiter das Ticket zum Scannen nahm, es dem vorderen Wagen an die Scheibe klemmte, der auf die Fähre losfuhr und wir nun kein Boardingdokument mehr hatten. Das wiederum akzeptierte der Ladeoffizier nicht, der Geistesabwesende war auch nicht mehr zu sehen und so standen wir erstmal da. Man glaube uns ja, versichert man, aber an Bord dürften wir so nicht. Der Hinweis, dass mein Ticket an der Scheibe eines anderen Autos klemmt, galt nicht. Nach zehn Minuten war das dann geklärt und wir konnten an Bord.

 

Lautes Schiff

NURA NOVA

NURA NOVA

Die NURA NOVA ist schon sehr alt. 1977 wurde sie in Japan für die deutsche Reederei AG Ems als EMSLAND gebaut und hat seitdem viel erlebt. Reedereien wie Deilmann, Harle Reederei, Scandi Line, Bornholms Express und andere hatten sie im Angebot. Dieses fast 74 m lange Schiff ist also quasi “gelebte” Schifffahrtsgeschichte. Und so kommt sie auch daher: Als ein aus der Zeit gefallenes maritimes Schöpfungswerk, das ich sofort super fand, während mein Sohn, der keinerlei Affinität für Schiffe besitzt, sie – gelinde gesagt – als grauenvoll empfand. Zu laut, zu eng, die Treppen zu steil… Wie kann man sich bloß für “so etwas” interessieren? Und dann noch mit jener Begeisterung, wie ich sei an den Tag lege?

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Viel Platz an Deck – und viel Sonne! Menorca voraus.

Er hat natürlich recht, die NURA NOVA ist laut. Auf den Außendecks rauschen die Lüfter, als wollen sie einmal pro Stunde die Luft Mallorcas umwälzen. Aber immerhin hat man sich auf diesem Schiff etwas Geniales einfallen lassen: Dauerbeschallung aus Musikboxen mit den Hits der Gegenwart (was ich im Video wiederum aufgrund Urheberschutzrechte nicht bringen kann – egal: Es sei gesagt, dass dort Disko zur See stattfand).

Die Cafeteria auf der NURA NOVA.

Die Cafeteria auf der NURA NOVA.

Die Überfahrt zwischen Alcudia und Ciutadella auf Menorca dauert etwa zweieinhalb Stunden. Die Fähre war an diesem Tag pünktlich, es ergaben sich wunderschöne Ausblicke auf die felsige Küste Mallorcas, später natürlich auf die des kleineren Menorcas. An Bord gibt es ein insgesamt altes, aber gepflegtes Ambiente. Eine kleine Cafeteria bietet Snacks und Baquettes und die Decksflächen sind großzügig bemessen. Altes Schiff eben noch!

Mehr als zweieinhalb Stunden sollte es aber nicht dauern, wenn man wenig schifffahrtsbegeisterte Mitreisende hat.

 

Menorca

Zwischen Cuitadella und Mahon.

Zwischen Cuitadella und Mahon.

Auf Menorca ging unsere Fahrt einmal quer über die Insel. Meinem Sohn gefiel es hier mindestens genauso gut (wenn nicht sogar besser) wie auf Mallorca, während ich Mallorca als wesentlich aufregender empfand. Der Unterschied ist also deutlich zu spüren, Menorca ist definitiv keine Kopie von Mallorca.

NEO COSTA RIVIERA in Mahon.

NEO COSTA RIVIERA in Mahon

Unser Ziel war die Hauptstadt Mahon im Osten. Natürlich die Hafengegend, was mein Sohn einfach mal schlucken musste (und auch tat, er kennt mich ja). Und die ist schön. Kreuzfahrtschiff NEO COSTA RIVIERA lag mitten drin und verbreitete eine schöne, wenngleich durch die vielen Passagiere etwas überfüllte Atmosphäre. Mahon ist auf jeden Fall eine Reise wert, wenngleich wir nur sehr wenig gesehen haben, denn allzu lange konnten wir uns nicht aufhalten. Die Rückreise mit Balearias NIXE stand bevor.

 

Balearia verbietet Fotos und Filmen – und ich filme das!

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Boarding der NIXE in Ciutadella.

Die NIXE ist eine 63,20 m lange Fähre, die seit 2004 im Dienst ist. Wie bei Baleària üblich wird ein Schiffsfotograf hier an Bord nicht glücklich, weil alles irgendwie verrammelt oder abgesperrt ist. Und ich will ehrlich sein: Ich hatte diese Fahrt nur gebucht, weil ich meinem Sohn zuliebe etwas schneller von Hafen zu Hafen kommen wollte, denn im Gegensatz dazu pendelt NURA NOVA fast wie eine Schnecke zwischen Mallorca und Menorca.

Natürlich hatte ich einen Offizier gefragt, ob es nicht mal möglich sei, für einige Minuten von dem abgesperrten, tieferliegenden Deck zu filmen. Offenkundig bestand auf diesem Deck für mich keine Gefahr, aber der Offizier lehnte ab mit Hinweis auf “Security”.

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An Bord der NIXE.

Die NIXE ist auch nicht gerade besonders leise, aber leider (oder sogar deswegen?) langweiliger als das alte Ross NURA NOVA. Man hat bei Baleria offenbar nicht begriffen (Parallelen zu Ceuta-Algeciras!), dass es auch Passagiere gibt, die mal schön auf See (oder auf die Küsten der beiden Inseln) blicken wollen. Mehr noch: Im vorderen, mit Ruhesesseln bestückten Salon weist doch glatt ein Schild darauf hin, dass filmen und fotografieren verboten sei! Jetzt packte es mich und ich filmte demonstrativ das Schild. Und fotografierte es. Immer wieder, doch niemand kam und ermahnte mich. Blieb am Ende die Frage, ob einfach nur das bloße Fotografieren dieses Schildes verboten war oder das auf dem gesamten Schiff.

Ansonsten war das Schiff sauber und gepflegt, für den “normalen” Passagier (mindestens 80% fuchteln ohnehin nur noch mit ihrem Smartphone herum und schauen drauf) sollte diese Fähre kein Problem darstellen.

 

Fazit

Wer auf Mallorca Urlaub macht (oder auch Menorca) sollte mal eine Tagesfahrt dieser Art einplanen. Beide Inseln bieten schöne Aussichten, wenngleich wir uns bis zum Abend nicht einig wurden, welches nur das schönere Eiland ist. Ich bleibe dabei, Mallorca erscheint aufgrund des Gebirges und der Felsenküsten gewaltiger. Aber Menorca hat auch schöne Fleckchen, schöne Strände und eine sehenswerte Inselhauptstadt.

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