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Geister auf der QUEEN MARY? Teil 1: Gespenstergeschichten

16.08.2014 • Long Beach, North America, QUEEN MARY, Travel Blog, USA

Die QUEEN MARY zieht jedes Jahr Tausende Besucher an – unter anderem auch, weil sie von bis zu 150 verschiedenen Geistern heimgesucht werden soll. Geister? Als ich vor einigen Jahren darüber erstmalig las, war ich sehr erstaunt. Und amüsiert. Wer glaubt denn an Gespenster? Und dann noch auf der QUEEN MARY. Doch das Time Magazine erklärte das Schiff 2008 sogar zu einem der Top 10 Spukorte in den USA.               DSC05994

Die Berichte sind vielfältig und stammen zum Teil aus sehr glaubhaften Quellen, wie zum Beispiel von Devlin Westbrook, Journalist beim San Diego Reader, und seiner Assistentin. Die beiden verspürten bei einem Aufenthalt 2012 immer wieder trotz warmen Wetters einen kalten Lufthauch und die Assistentin, eigentlich eher skeptisch, was Spuk betrifft, wurde sogar an der Schulter von einer Hand berührt, als sie ganz alleine im Raum war. Es gibt allerdings noch wesentlich eindrucksvollere Berichte. So soll zum Beispiel am Pool der zweiten Klasse der Geist eines kleinen Mädchens, das bei einem Unfall dort ums Leben kam, nach seiner Mutter rufen. Auch im Maschinenraum jagen Geister Besuchern Schauer über den Rücken, dort ganz besonders ein junges Crewmitglied namens John Pedder im blauen Overall, der 1966 von einem zufahrenden Schott zerquetscht wurde. IFDer Spuk in Kabine B340 ging sogar so weit, dass diese Kabine mittlerweile nicht mehr als Hotelraum genutzt wird. Dort hat, nach Angaben von Hotelgästen, der Geist eines ermordeten Stewards immer wieder elektrische Geräte aus- und eingeschaltet und Bettlaken durch den Raum fliegen lassen.

Im Queen’s Salon wird immer wieder eine junge Frau gesichtet, die ganz in weiß gekleidet alleine tanzt, ohne die Besucher zu bemerken. Bisher gibt es keine Theorie, wer diese Frau gewesen sein könnte und warum sie dort tanzt. Nicht alle Geister sind aber sichtbar, einer ist eher riechbar: Im Raum, in dem Winston Churchill die Landung der alliierten Truppen in der Normandie plante, nehmen Gäste gelegentlich frischen Zigarrenrauch wahr, obwohl auf dem Schiff schon lange Rauchverbot herrscht. Churchill selbst war ein begeisterter Raucher von Zigarren. DSC05997

Auch im Internet findet man viele Augenzeugenberichte der Geistererscheinungen auf der QUEEN MARY. Einige davon sind besonders eindrucksvoll, weil die Geister gleich ganzen Touristengruppen erschienen. Immer wieder wird ein kleines Mädchen namens Jackie gesehen, die gerne mit einem Flummi spielt. Manche Besucher hören ihr Kinderlachen oder ihre Schritte, wenn sie durch die Flure läuft. Meistens hält sich das Kind am Pool auf, aber einer Besuchergruppe erschien sie spät abends in Raum B340, wo sie nach ihrer Mutter rief. Ein anderes Mal verlangte sie vor einer Touristengruppe vom Ausstellungsführer einen bestimmten Flummi, den dieser tatsächlich in seiner Hosentasche trug. Ein besonders eindrucksvolles Erlebnis für einen Gästeführer auf der QUEEN MARY war, als er sich zum Pool der Ersten Klasse hinabbeugte und plötzlich die geisterhafte Hand eines Kindes nach seiner Hand griff. IFAllerdings sind die Geistererscheinungen auf dem Schiff nicht auf die öffentlichen Bereiche beschränkt. So wurde zum Beispiel in Raum A167, heute als Hotelzimmer genutzt, eine Besucherin von einem als grauer Schleier wahrnehmbaren Geist kontaktiert. Er nannte ihr den Namen „Michael“. Wenig später wurde die Besucherin im selben Raum von einem unsichtbaren Geist umarmt. Sie empfand das keineswegs als unheimlich oder bedrohlich, sondern eher, wie man von einem lieben Verwandten umarmt wird.

Aber nicht alle Geister auf der QUEEN MARY sind offenbar menschlichen Ursprungs. In der Umkleidekabine für den Swimmingpool der früheren Ersten und Dritten Klasse verspürten mehrere Besucher Berührungen an den Waden, als würden sie angestupst. Einige konnten ein leises Maunzen hören und sogar auf Tonband aufnehmen. Seither taucht die Geisterkatze immer wieder in der Umkleidekabine auf, bevorzugt spät abends. IFManche Erscheinungen sind nicht als bestimmte Wesen wahrnehmbar. In Raum M001, heute eine Hotelsuite, spüren Besucher immer wieder Berührungen ohne sichtbaren Urheber. Manchmal haben Gäste dort auch unvermittelt den Eindruck, dass noch jemand im Raum anwesend sei oder sie beobachtet. Im Raum B475 bewegten sich nachts Kleiderbügel und Schranktüren ohne einen Windhauch. Auch elektronische Geräte sind dem Spuk auf der QUEEN MARY unterworfen: So entleeren sich die Akkus von Mobiltelefonen nach Betreten des Schiffs auf unerklärliche Weise binnen weniger Minuten. Ebenso funktionieren Digitalkameras auf dem Schiff gelegentlich nicht, ohne einen technischen Defekt aufzuweisen. Die Hotelrezeption hat für spukinteressierte Besucher eine Liste mit den Zimmern, in denen es besonders oft zu Geistererscheinungen kommt. Prinzipiell sind diese aber in allen Räumen auf der QUEEN MARY möglich. IF

Wissenschaftlich untersucht wurden die Geistererscheinungen auf der QUEEN MARY bisher noch nicht ernsthaft, allerdings hat sich das Team der US-Serie Ghost Hunters vor einige Jahren damit beschäftigt. Es fand weder einen sicheren Beweis noch einen Gegenbeweis für den Spuk, sondern brach die Untersuchung bereits nach einem Tag ab. Vermutlich haben die Betreiber der QUEEN MARY auch selbst herzlich wenig Interesse an einer wissenschaftlichen Aufarbeitung der Geistersichtungen – immerhin bieten sie Spuktouren und spezielle Dinner mit eventuellen Geistererscheinungen an. Die Geschichten über das Spukschiff haben der QUEEN MARY als Touristenattraktion sicher nicht geschadet. Deshalb darf man davon ausgehen, dass zu den 150 bereits bekannten geisterhaften Bewohnern in Zukunft sicher noch einige dazu kommen werden. Zum 2. Teil: Meine Gespensterjagd

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