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Erinnerungen an die PETER PAN (1992)

04.01.2015 • Schifffahrt als Beruf


Travemünde 1987, Sommerurlaub. Nach 1976 und 1979 (die 1974er PETER PAN – zweites Schiff mit diesem Namen – sah in den kleinen Kinderaugen vom Priwallstrand bereits irrsinnig groß aus) sowie einigen Kurzbesuchen steht endlich wieder ein längerer Aufenthalt an der Travemündung auf dem Programm.

         

 

watsack_1993_09_673Fähren wie SVEA LINK oder TRAVEMÜNDE LINK aber natürlich auch die FINNJET – um nur einige wenige zu nennen – sind zu dieser Zeit regelmäßige Besucher. Seit gut einem Jahr gibt es auch eine neue PETER PAN (drittes Schiff dieses Namens). Sie ist in diesen Tagen des Jahres 1987 neben der FINNJET und natürlich ihrem gerade dazugekommenen Schwesterschiff NILS HOLGERSSON die imposanteste Fähre, die Travemünde anläuft. Der Wunsch, dort mal mitfahren zu dürfen, ist groß, doch aus finanziellen Gründen reicht es “nur” für die BALTIC STAR und eine Fahrt mit einem der Kufra-Schiffe von Travemünde nach Lübeck.

TT_Prospekt_87Der Wunsch, mal auf der PETER PAN zu fahren, erfüllte sich fünf Jahre später dann doch, aber ganz anders, als ich im Jahre 1987 auch nur ansatzweise gedacht hätte…

Nämlich nicht als Passagier, sondern als Besatzungsmitglied.

 

Mit PETER PAN ins Land der Mittsommernächte

Damals war es üblich (heute wohl auch noch), über sein Schiffspraktikum einen Bericht zu schreiben. So lasse ich hier einfach meinen leicht gekürzten Bericht aus dem August 1992 sprechen, dem ich den o. g. Titel gab.

watsack_Peter_Pan_1992_253Lübeck-Travemünde, Skandinavienkai, an einem warmen Sommerabend im Juni 1992. Am Fähranleger 5 erhebt sich der Fährenriese PETER PAN rund 40 Meter aus dem Wasser. Durch zwei große Heckklappen fahren unentwegt Zugmaschinen und bringen lange Auflieger, in der Fachsprache Trailer genannt, in den riesigen Bauch des 161 Meter langen Schiffes. Dort rumohrt es, Motoren dröhnen, die Luft riecht nach den Abgasen der lauten, mit einem Blinklicht auf dem Dach versehenen, wendigen Zugmaschinen. Die langen Trailer werden hintereinander auf dem unteren Wagendeck durch das Bordpersonal eingewiesen. Die Verständigung erfolgt hier unten mit UKW-Funkgeräten. Nach einiger Zeit sind alle Auflieger an Bord; nun können Lastwagen, Busse und Autos verladen werden. Über zwei riesige Rampen gelangen die Autos und Laster ins mittlere Wagendeck, darüber befindet sich nochmals ein separates Deck, allerdings nur für Autos.

watsack_Peter_Pan_1992_228Langsam füllen sich die “Fahrzeughallen”. Insgesamt 550 PKW bzw. 120 Trailer finden hier Platz. Ich bewege mich durch die zahlreichen Autoreihen, um ins unterste Wagendeck zu gelangen. Dort angekommen gehe ich zum Heckbereich des Schiffes und verlasse den 31.356 BRZ-Jumbo durch eine Heckklappe. Hier treffe ich Herrn Feldmann, den zur Zeit wachhabenden Offizier. Er beobachtet die einfahrenden Fahrzeuge, die vom Bootsmann auf die jeweilige Deckseite eingeteilt werden. Wir unterhalten uns einige Zeit über die Aufnahmekapazität der PETER PAN.

watsack_Peter_Pan_1992_271Mittlerweile ist es 22.00 Uhr. Noch eine halbe Stunde, dann soll die PETER PAN Richtung Schweden ablegen. Es dämmert bereits, die meisten Passagiere sind an Bord. Einige machen es sich auf dem Sonnendeck in Stühlen bequem, andere suchen ihre gebuchte Kabine. Auch die Restaurants füllen sich allmählich. Hier spürt man nichts von der Hektik, die nach wie vor in den Autodecks herrscht. Auch Offizier Feldmann schaut einmal mehr auf seine Uhr - viertel nach zehn. “So.” sagt er, “Wir müssen rauf.” Ich folge ihm zu einem der Fahrstühle, der uns auf das A-Deck bringt, wo sich die Brücke befindet.

“Gehen sie schon mal, ich hab` noch kurz etwas zu erledigen.” So betrete ich allein die rund 30 m breite Kommandobrücke. Ein leises, angenehmes Summen der technischen Anlagen empfängt mich. In der Backbord-Brückennock steht der erste Offizier, Herr Gerland. Ich gehe zu ihm und wünsche einen guten Abend.

watsack_Peter_Pan_1992_178Auf dem Radarbildschirm vom Fahrstand im Brückennock kann man die ablegende LÜBECK LINK erkennen, die rückwärts von ihrem Anleger zum 345 Meter breiten Schiffswendekreis vor dem Fährhafen fährt. Inzwischen ist neben Herrn Feldmann und dem Rudergänger auch Herr Kapitän Haucke auf der Brücke erschienen. Über Funk wird mittgeteilt, dass ein Reisebus etwas verspätet am Skandinavienkai ankommen wird. Das heißt, wir werden etwa mit zehnminütiger Verspätung ablegen, was nicht allzu schlimm ist. Als der verspätete spanische Bus endlich an Bord ist, teilt Kapitän Haucke der Travemünder Verkehrszentrale über Funk mit, dass PETER PAN auslaufbereit ist. Nachdem LÜBECK LINK gewendet hat und der Kapitän dem wachhabenden Ingenieur im Maschinenkontrollraum (MKR) die Anweisung zum Starten der Maschinen gegeben hat, gibt Offizier Gerland den Befehl zum Losmachen der Leinen. Kurz darauf schiebt sich der Riese bereits mit langsamer Fahrt traveabwärts. Die Bugstrahlruder drücken die Fähre zusätzlich von ihrem Anleger einige Meter ins Fahrwasser des Flusses.

Es ist auf der Brücke extrem leise und ruhig. Schaut man von der einen Seite hinüber zur anderen, so sieht man, wie sich das Schiff bei Ruderausschlägen langsam zur Seite neigt. Außer den Ruderkommandos des Kapitäns sowie den Wiederholungen des am Ruder stehenden Rudergängers hört man nur die leisen Lüfter der Radargeräte.

watsack_Peter_Pan_1992_195Langsam folgt die PETER PAN der vorausfahrenden LÜBECK LINK in Richtung Ostsee. Auf der rechten Seite erkennt man die kleine Priwallfähre und den neuen Rosenhof Seniorenwohnsitz, wo einst die Schlichting-Werft stand. Links sieht man den Ort Travemünde. Viele Jachten und Ausflugsschiffe dmpeln an den Anlegern am Ufer. Einige Fußgänger sind zu sehen, die den Passagieren an Deck zuwinken. Dann taucht die Viermastbark PASSAT an der Steuerbordseite auf.

watsack_Peter_Pan_1992_214Nach einigen Minuten passiert der TT-Liner die Travemünder Nordermole. Ich gehe in die Backbordbrückennock, um einen letzten Blick auf Trave- münde und das große Maritim Hotel, auf dem sich Europas höchstes Leuchtfeuer befindet, zu werfen.

Vor uns erstreckt sich die Ostsee. Die Sonne ist längst untergegangen, doch ich habe das Gefühl, es wird nicht richtig dunkel. Kein Wunder, es ist die Zeit um Mittsommer in Schweden.

Die Sicht ist gut. Nachdem die letzten Tonnen der Fahrwassermarkierung hinter uns liegen, verlassen Kapitän Haucke, der 1. Offizier und der Rudergänger mit einem “Gute Wache” die Brücke. Nun steuert die Automatik das Fährschiff. Offizier Feldmann wirft seine Blicke auf den Radarbildschirm. Außerdem ist ein Matrose als Ausguck im Dienst. Ich lasse mich auf einem Stuhl nieder und blicke mit dem Fernglas hinaus auf die See.

An diesem Abend endet die Wache um 24.00 Uhr ohne besondere Vorkommnisse. Auch ich verlasse die Brücke mit einem “Gute Wache” und gehe durch die langen Flure und großen Treppenhäuser zum G-Deck, wo sich meine Unterkunft befindet.

watsack_Peter_Pan_1992_206Am nächsten Morgen mache ich mich zur Brücke auf, um das Anlegemanöver in Trelleborg zu verfolgen. Es läuft ebenso routiniert ab, wie die Abfahrt am Vorabend. Ein leichtes Zittern geht durch das Schiff, als Kapitän Haucke die PETER PAN mit einem kurzem Rückwärtskommando vor dem Anleger abbremst. Nachdem die Fähre festgemacht ist, öffnen sich die großen Bugklappen und die schiffseigene Rampe, die während der Fahrt als Kollisionsschott dient, wird auf den Anleger heruntergelassen. Wenig später rollen die Fahrzeuge von Bord.

Nach einem Frühstück in der Mannschaftsmesse gehe ich, zurück im untersten Autodeck, durch die Bugöffnung an Land, wo ich Offizier Feldmann, dessen Wache von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr gerade begonnen hat, treffe. Nach einem kurzen Gespräch über das nach wie vor gute Wetter kommt ein Kollege der neben der PETER PAN liegenden Frachtfähre ROBIN HOOD zu uns herüber, geht aber nach einigen Minuten wieder, mit den Worten: “Die Arbeit ruft!”.

watsack_Peter_Pan_1992_257Der Ladevorgang ist bereits schon wieder in vollem Gange. Unentwegt werden Trailer in die Fähre gezogen. Die Abfahrt um 10.00 Uhr rückt näher. Eine Viertelstunde vorher betrete ich zusammen mit Herrn Feldmann sowie dem Rudergänger die Brücke, wo bereits der 1. Offizier das Ablegemanöver vorbereitet. Nachdem der Kapitän den Befehl zum “Leinen los” gegeben hat, bewegt sich die Jumbofähre rückwärts vom Anleger weg, um sich im Hafenbecken “auf dem Teller” in die Fahrtrichtung zu drehen. Ich gehe zur Steuerbord-Brückennock und blicke zu den Fähranlegern der Trelleborg-Sassnitz Route (TS-Line), wo die Eisenbahnfähre TRELLEBORG aufs Ablegen wartet. Doch zuerst muss die PETER PAN im sehr engen Hafen gewendet haben. Nachdem dies geschehen ist, schiebt sich das Schiff langsam in die Ostsee hinaus. Die Sicht ist gut, drei Fahrzeuge werden an Steuerbord, mehrere Segelboote an Backbord ausgemacht. Einige Minuten später bin ich wieder mit Wachoffizier Feldmann allein auf der hoch technisierten Kommandobrücke.

watsack_Peter_Pan_1992_179Ein Frachter passiert uns in vorsichtigem Abstand und mit einer Kursänderung. “Man sagt immer, die Fährschiffe seien dreist, was ihr Fahrverhalten angeht, doch ich bin da anderer Meinung”, erklärt Herr Feldmann. “Es gibt viele Situationen, in denen man nicht unbedingt ausweichen muss”, und deutet auf den Frachter. “Der ist übervorsichtig. Ich zeige ihnen mal, dass nichts passiert wäre.” Wir gehen zum Radarbildschirm und der Offizier führt mir anhand einer Computersimulation vor, dass sich die beiden Kurse der Schiffe nicht berührt hätten. “Sie sehen, es wäre nichts geschehen.”

Ich bin fasziniert von den teuren Geräten, die so viel können, doch auch die anderen Einrichtungen sind beeindruckend, so z. B. der “Nautoplot”, der auf einer Seekarte mit einem Lichtpunkt die Position des Schiffes anzeigt. Oder die Feuermeldeanlage, die mit über das gesamte Schiff verteilten Rauchmeldern verbunden ist. 

watsack_Peter_Pan_1992_204Inzwischen hat die Fähre die dänische Insel Møn erreicht. Offizier Feldmann erhält per Telefon die aktuellen Passagierzahlen von der Rezeption und gibt diese über Funk an das Trelleborger Büro der TT-Line weiter. Fast tausend Personen befinden sich an diesem Tag an Bord der PETER PAN, die mit etwa 18 Knoten das Wasser durchpflügt. Hin und wieder tauchen Netzbojen schwedischer Fischer vor der Fähre auf, die allerdings den Schrauben nicht gefährlich werden können.

Nachdem die Wache um 12.00 Uhr geendet hat und ich in der Mannschaftsmesse zu Mittag gegessen habe, gehe ich kurz an Deck, wo sich einige Fahrgäste entspannen und stelle fest, dass die PETER PAN für viele Reisende eine Art “Minikreuzfahrtschiff” ist, auf dem komfortable Einrichtungen wie Schwimmbad, Sauna und Fitnesscenter sowie Supermarkt samt Boutique zu finden sind.

watsack_Peter_Pan_1992_116Die Einfahrt nach Travemnde ist besonders interessant, denn man kann den gesamten Ort von Höhe der Brücke gut überblicken. Fußgänger auf der Nordermole und der Promenade bleiben gebannt stehen, um die riesige PETER PAN zu sehen. Viele Jachten und Segelboote, aber auch Ausflugsschiffe sind auf der Trave unterwegs. Nachdem das Wendemanöver abgeschlossen ist, legt die Fähre die letzten Meter rückwärts zurück. Das Finnlandfährschiff FINNJET wartet bereits aufs Ablegen.

Mit millimetergenauer Präzision steuert Kapitän Haucke die TT-Fähre an ihren Anleger. Nun folgt wieder das Be- und Entladen.

Die nächsten Tage verlaufen mit dem Mitgehen der 8-12-Wache. Einige Rettungsübungen werden absolviert. Offizier Feldmann, der sich auch aktiv um die Fußballmannschaft der PETER PAN kümmert, tritt seinen Urlaub an. Kollege Wittmann übernimmt die 8-12 Wache.

watsack_Peter_Pan_1992_199Ich bin derweil in den Maschinenräumen des Schiffes eingesetzt. Dort stehen vier große Motoren der Kieler Firma MaK, deren Lautstärke nicht zu überbieten ist. Ich begleite den Wach-Ingenieur Winter und seinen asiatischen Assistenten zum hinteren Teil des Maschinenraums, wo die Schwerölseperatoren sind. Gleich daneben kann man die Backbordschraubenwelle sehen, die sich unaufhörlich dreht. Die Männer msüsen einen Separator auseinandernehmen, unter diesen lauten und heißen Arbeitsbedingungen eher eine Qual. Obwohl ich nur beobachte, kommen aufgrund der hier herrschenden Hitze auch mir schon bald die Schweißtropfen.

Mittlerweile ist einige Zeit vergangen und ich schließe mich dem asiatischen Assi an. Er hat verschiedene Messungen durchzuführen und erklärt mir dabei per Zeichensprache die einzelnen Maschinen und Komponenten, so z. B. die Fäkalienanlage, die allerdings oft verstopft, weil die Passagiere alles mögliche in die Toiletten werfen. “Dann müssen die Ingenieure rein…” ergänzt Ingenieur Ehlert hinterher.

watsack_Peter_Pan_1992_198Am nächsten Tag folgte ein Aufenthalt im Maschinenkontrollraum (MKR), dem Gehirn der Maschine, und ich erfahre vom Leitenden Ingenieur (Chief) Herrn Schmautz einige interessante Einzelheiten, z. B. über den Kraftstoffverbrauch, der pro Stunde bei etwa 4000 Litern Schweröl liegt. Etwas später folge ich Ingenieuer Smolik bei einem Kontrollgang durch die Maschinenräume. Er zeigt mir u. a. die zur Zeit eingefahrenen Stabilisatoren, die eine wirksame Flossenfläche von 10 Quadratmetern besitzen und etwa 4,5 Meter lang sind. “Wir benutzen sie aber eher selten, weil dadurch der Wasserwiderstand höher ist”, erklärt der Ingenieur später im MKR.

watsack_Peter_Pan_1992_257An den folgenden Tagen lässt das gute Wetter etwas nach, Wind und Wellen kommen auf, was man der PETER PAN aber kaum anmerkt. Vor allem kleinere Schiffe haben zu kämpfen. Die Fahrgäste machen es sich derweil in den gemütlichen Räumen unter Deck bequem.

Die letzte Woche bricht an und der Abschied von der PETER PAN rückt näher. Ich habe noch die Möglichkeit, dem Zimmermann über die Schulter zu schauen und auf den Verholdecks Seeluft zu schnuppern. Als ich dann am letzten Tag kurz vor dem Anlegen in Travemünde meine Kabine verlasse, habe ich interessante Einblicke und Erfahrungen hinter mir.

 

Etwas mehr über die PETER PAN 

Die PETER PAN war das dritte Schiff dieses Namens, das für die Hamburger Reederei TT-Line zwischen Travemünde und Trelleborg in Dienst kam. Dieser Liniendienst wurde am 28. März 1962 eröffnet. Die Reederei wählte für die Namen ihrer Schiffe immer wieder Figuren aus der Märchenliteratur, wie z. B. Peter Pan und Nils Holgersson.

Peter PanDie Geschichte dieser PETER PAN begann im November 1984, nachdem die TT-Line ihre Spezifikationen für einen Neubau erstellt hatte und 20 Werften im In- und Ausland zur Abgabe einer Offerte aufgefordert hatte. Grund für ein neues Schiff war zum einen, dass die Vorgängerinnen PETER PAN (II) und NILS HOLGERSSON (III) aus den Jahren 1974 und 1975 bereits etwas in die Jahre gekommen waren und man auf der Linie an die Kapazitätsgrenzen stieß.

tt_89Den Bauauftrag erhielt die Seebeckwerft in Bremerhaven, wo am 9. Juli 1985 die Kiellegung der Baunummer 1058 stattfand. Die Marketingfachleute ließen sich für diese neue Generation von Fährschiffen – TT-Line’s Partner AB Swedcarrier gab ebenfalls ein Schiff in Auftrag, welches später als NILS HOLGERSSON zwischen Travemünde und Trelleborg in Dienst gestellt wurde – eine neue Werbebezeichnung einfallen, nämlich “Jumbo-Fähre”. Unterstrichen wurde dieses bei der Kiellegung der PETER PAN, als ein Elefant des Tierparks Hagenbeck den sogenannten Glückspfennig auf den Helgen unter die erste Platte legte.

watsack_Peter_Pan_1992_277Am 30. November 1985 lief die neue Fähre vom Stapel, am 30. Mai 1986 wurde sie übergeben. Die PETER PAN war zum damaligen Zeitpunkt das größte Passagierschiff mit Heimathafen Hamburg. Insgesamt verfügte das Schiff über 489 Kabinen und 1322 Bettenplätze. die Passagierkapazität lag bei 1600. Vier Restaurants mit zusammen 1000 Sitzplätzen, ein SB-Markt, ein großzügiges Konferenzzentrum sowie Fitnesscenter und Swimmingpool boten den Passagieren großen Komfort. 12600 Quadratmeter Teppichböden waren in den öffentlichen Bereichen verlegt. Durch das gesamte Schiff zogen sich über 200 Kilometer Kabel. Eine große Abwäsche im Küchenbereich konnte 5000 Teller bzw. 15000 Gläser in der Stunde abwaschen.

watsack_Peter_Pan_1992_276Wie manch andere Schiffe der TT-Line wies auch die PETER PAN eine Besonderheit auf, nämlich aufgemalte Fenster, um das Gesamtbild etwas zu verschönern.

tt_87Im Laufe der Betriebszeit der PETER PAN gab es Überlegungen, sie zu verlängern, um die Kapazität zu vergrößern. Doch dazu kam es nie. Insgesamt lief das Schiff weitgehend zuverlässig, es gab allerdings einige größere Probleme mit den MaK-Hauptmotoren.

Im September 1993 bereits verließ das Schiff die Reederei und wurde nach Tasmanien verkauft. Der Verkaufswert lag weit über dem Baupreis. Bereits einige Monate vorher war die Schwster NILS HOLGERSSON an Brittany Ferries verkauft worden. Ersetzt wurde sie für einige Monate durch einen der Vorgänger, die ehemalige PETER PAN aus dem Jahre 1974, die nun als FEDRA unterwegs war.

Die PETER PAN wurde in SPIRIT OF TASMANIA umgetauft und lief fortan im Liniendienst Devonport-Melbourne. 2002 wurde sie dann in Sydney aufgelegt und zum Verkauf angeboten. Die norwegische Fjord Line übernahm das Schiff und überführte es als SPIR über Colombo und Suez nach Frederikshavn in Dänemark, wo es den Namen FJORD NORWAY erhielt. Zunächst war die ehemalige PETER PAN im Dienst zwischen Bergen-Haugesund-Egersund-Hanstholm tätig, später nach England zwischen Bergen, Stavanger und Newcastle. Doch eine allzu lange Einsatzzeit hatte sie bei der Fjord Line nicht. 2006 übernahm die dänische DFDS das Schiff und gab ihm den neuen Namen PRINCESS OF NORWAY. Für wenige Monate lief die Fähre weiterhin auf der England-Norwegen-Route, ehe sie im Mai 2007 – genau 21 Jahre nach ihrer Indienststellung als PETER PAN – auf die DFDS-Linie Ijmuiden-Newcastle wechselte und im Februar 2011 den Namen PRINCESS SEAWAYS erhielt, wo sie bis heute (Dezember 2014), mittlerweile als etwas betagte Lady, auf der Linie zwischen Ijmuiden und Newcastle fährt.

 

Technische Daten:

Bauwerft Seebeckwerft AG, Bremerhaven
Länge ü. a. 161,52 m
Breite Wagendeck 27,60 m
Tiefgang 6,20 m
Vermessung 31.356 BRZ
Geschwindigkeit 21,5 kn
Passagiere 1.800
PKW-Kapazität 550
Lademeter 1.410 m
Antrieb 4 MaK Dieselmotoren Typ 8M552 mit ins. 19.600 kW

 

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