MENU
DSC00353

Auf der MOBY CORSE zwischen Genua und Bastia (Korsika)

31/07/2015 • Ferry Crossings, Seereisen, Travel Blog

Sie gehört zu den Oldtimern im Korsika-Verkehr, genau genommen im ganzen Mittelmeer, denn Fähren aus den 1970er Jahren sind rar geworden. Die ehemalige DANA ANGLIA ist seit 1978 unterwegs und geht stramm auf 40 zu. Wir waren gespannt, wie sich das nun als MOBY CORSE fahrende Schiff präsentieren würde.

 

 

Zwischen Genua und Bastia auf Korsika ist das bei der Aalborg Værft A/S gebaute Schiff im Sommer 2015 unterwegs und macht dabei zwei Touren pro Tag. Abends von Genua, mittags von Bastia. Jahrelang war es als DANA ANGLIA hauptsächlich zwischen Esbjerg und Harwich im Einsatz und dürfte somit vielen Fährfreunden und Passagieren in Erinnerung sein, nicht zuletzt wegen des markanten, viel zu groß geratenen Schornsteins. Dieser wird schon längst nicht mehr durch DSDS-Symbolik geprägt, sondern ist mit einer Figur der Looney Tunes Trickfilmserie bemalt. Moby Lines ist seit vielen Jahren für die Nutzung dieser großflächigen Cartoons an den Bordwänden und Schornsteinen bekannt.

IFEin Tipp vorweg: Im Hafen von Genua muss man beizeiten höllisch aufpassen. Schnell wird man vom Sicherheitspersonal in falsche Spuren gelenkt und steckt dort dann fest. So gelang es uns nur mit Mühe, aus der Tirrenia-Spur für Sardinien gerade noch wieder rückwärts herauszufahren. Und das nur, weil ein Polizist (oder Security-Mann, das erschloss sich mir nicht ganz) wahllos jeden in diese Spuren lenkte, anstatt ein wenig Sensibilität für den Umstand zu haben, dass nicht alle nur zu Tirrenia wollen.

IFFähren ab Genua, das war vor allem früher viel Chaos. Mittlerweile ist es erheblich besser geworden, sieht man einmal von der geschilderten Beinahe-Panne ab.

Die Autos werden neben dem Schiff in mehreren Reihen aufgestellt. Zur zeitlichen Überbrückung kann man in das Einkaufszentrum gleich am Fährterminal gehen. Hier gibt es alles, wer will, kann sich in Sichtweite der Fähren sogar eine neue Wohnzimmercouch kaufen.

Als wir wieder zum Auto zurückkamen, war der komplette Platz leer – bis auf zwei Autos. Das Boarding für die MOBY CORSE ging recht früh vonstatten. Dieses ist ein deutlicher Pluspunkt, denn da die Abfahrt um 22 Uhr recht spät ist, hat so jeder die Möglichkeit, in Ruhe vorher Essen zu gehen und sich an Bord einzuleben.

IFDas Schiff ist wie von uns erwartet. Sehr gepflegt, hier und da „old Danish style“ durchsetzt mit Elementen von Moby. Zu klagen gibt es für uns nichts, außer, dass über Nacht einige Passagiere viele kleine Speise- und Salatöltütchen vor einer Treppe auf dem Deck verschmieren und dadurch beinahe schwere Unfälle passieren. Der Verfasser dieses Artikels rutscht noch auf der Treppe aus, verletzt sich leicht und beschädigt sich dabei eine Kamera. Die extra darauf aufmerksam gemachte Dame an der Information kann (oder will) jedoch weder mit der nett gemeinten Meldung etwas anfangen, noch schickt sie jemanden zur Reinigung los. Sie scheint eher genervt (ein Phänomen, wie vorher bereits auf MEGA SMERALDA beobachtet) und sogar noch viel genervter, als die beschädigte Kamera und die leichten Verletzungen am Arm vorgezeigt werden. Auch wenn Moby nichts für die Dummheit einiger Passagiere kann, spätestens wenn man schon darauf aufmerksam gemacht wird, sollte muss bei solch einer gefährlichen Sache sofort Abhilfe geleistet werden. Deshalb, liebe Reederei Moby Lines, ein dicker Minuspunkt! Safety first (und ein kleines Dankeschön für die offenen Augen der Passagiere wäre angebracht; von Ersatz für die Beschädigungen an der Kamera will ich gar nicht sprechen).

IFDas Schiff ist sicherlich kein Highlight und innen eher „langweilig“, aber sehr gepflegt und ordentlich. Viel frische Farbe, neue Teppiche und ein akkurates gastronomisches Angebot erwarten die Passagiere. Nachts ist es durch die Maschinengeräusche sehr laut, doch gerade das lässt uns gut schlafen. Die Bettenmatratzen sind übrigens super.

Entertainment gibt es auf dieser Fahrt nicht. Manche Gänge sind voll mit schlafenden Jugendlichen, die keine Kabine haben. An Deck haben sich zwei Passagiere gar eine Art riesige Bettluftmatratze aufgebaut und schlafen inmitten der Passagiere. Man kann also auch “peinlich” nach Korsika reisen, aber was soll`s. Wer auf Reisen geht, kann auch viel „seltsames“ erleben.

IFMOBY CORSE bietet uns keinerlei Grund zur Beschwerde. Für den Fähr-Romantiker sicherlich etwas sehr Besonderes, denn wann und wo kann man noch auf solch alten und gepflegten Fährschiffen reisen?

(In der Tat gibt es vor allem in Nordamerika noch einige wesentlich ältere Schiffe – ebenfalls allesamt gepflegt, doch das ist ein anderes Thema.)

 

Hauptabmessungen des Schiffes

Länge: 152,91 m

Breite: 26,26 m

Tiefgang: 6,10 m

Vermessung: GT 14399

Maschine (Hauptantrieb): 2 Lindholmen-Pielstick

Passagiere: 1370

Lademeter: 810

IF

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

         

 

 

Related Posts

Comments are closed.

« »