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Ajaccio (Korsika) – Toulon: Eine Fahrt auf der MEGA EXPRESS FIVE

31.07.2015 • Ferry Crossings, Seereisen, Travel Blog

Die japanische Herkunft des Schiffes ist unverkennbar. Die noch vorhandenen Linien des Designs sprechen eine eindeutige Sprache. Die MEGA EXPRESS FIVE von Corsica Sardinia Ferries ist ansonsten vor ihrem Einsatz in Europa komplett umgebaut worden, was man äußerlich am hinteren Teil der Fähre sieht – und im Inneren durch europäisches Interieur. Kurzbericht unserer Reise von Ajaccio nach Toulon.

 

 

IFDas Schiff kommt leicht verspätet in Ajaccio an. Im Eiltempo wird es ent- und wieder beladen. Das alles erfolgt so schnell, dass wir uns sputen müssen, zur Abfahrt an Deck zu stehen. Klappt nicht ganz, aber es ist auch bereits dunkel, als Ajaccio verlassen wird.

An Deck? Nun, das ist bei der 1993 von Mitsubishi Heavy Industries als PHOENIX EXPRESS gebauten Fähre gar nicht so einfach, denn viele Außendecks hat sie nicht. Da gibt es das achtere Sonnendeck, das umrahmt von großen Scheiben ist. Da solche Scheiben bekanntlich schnell salzbelegt und schmutzig sind, bietet sich hier eigentlich nur ein guter Blick in den Himmel. Immerhin, man hat einen Pool eingebaut und die Corsica-Ferries-typische Außen-Snackbar. Das Deck ist groß, aber wenn die Fähre voll ist, sicher zu wenig für alle Frischluftfanatiker.

Und sonst? Bei den Rettungsbooten findet man tatsächlich noch einen Platz, um einmal über die Reling Meeresaussichten zu genießen. Das ist alles recht eng und ungemütlich, aber besser als nichts.

IFOb im Innern überhaupt noch etwas aus japanischer Zeit ist, darf man bezweifeln. Es ist ausgelegt auf Transport, Verköstigung und Unterbringung. Schnörkellos und nüchtern kommt alles daher, aber – wie immer wieder betont werden muss im Falle Corsica Sardinia Ferries – äußerst sauber und gepflegt, mit gutem Service, allerdings auch einem Personalaufgebot, das staunen lässt („wie machen die das bloß?“). Passagiere, die sich indes nicht so sehr für die Machbarkeit von Personalkonzepten auf Schiffen interessieren, können unbeschwert den Service genießen. Zur Kabine wird man geleitet (wir jedenfalls) und die Schlüsselkarte hierfür gibt es ebenfalls persönlich vom Mitarbeiter. Langes Anstehen an der Information ist nicht nötig, was sehr gut ist!

An Bord gibt es drei Autodecks, die besagte Information / Rezeption, Pullmann-Sessel, eine Pizzaria, Cafeteria, Restaurant á la carte, Bar, Boutique, Videoraum und Familienraum.

IFWas man bereits beim Betrachten von außen erkennen kann, ist, dass man auf diesem Schiff sehr nach innen gerichtet ist. Wenige oder kleine Fenster sorgen sehr effektiv dafür. Die Kabine, die wir gebucht haben, ist einwandfrei und stammt aus Italien. Also nix Japan? Doch, im Autodeck endlich ein erster Hinweis, japanische Schriftzeichen. Immerhin, doch echtes Japan-Feeling kommt nicht auf. Muss auch nicht, denn wir sind schließlich zwischen Korsika und französischem Festland unterwegs – und wohl die einzigen Passagiere, die sich aktiv Gedanken um die Vergangenheit der Fähre machen. Fähr-Freaks eben – Leute, die Fähren zum Hobby haben. Kennt man einen, kennt man alle. Und so wundern wir uns auch nicht mehr über uns selbst, als wir am folgenden Morgen in Toulon sofort nach dem Verlassen des Schiffes einen der besten Fotoplätze der französischen Mittelmeerküste ansteuern, um den Ex-Japaner beim Ablegen zu fotografieren und zu filmen, während der Rest aller Passagiere schon längst auf der Weiterfahrt zum jeweiligen Ziel ist und die MEGA EXPRESS FIVE wahrscheinlich noch beim Verlassen des Wagendecks schlicht vergessen hat.

Wie gesagt, nicht wundern!

 

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Hauptabmessungen des Schiffes

Länge: 170 m

Breite: 25,00 m

Tiefgang: 6,70 m

Vermessung: GT 11578

Maschine (Hauptantrieb): 2 Pielstick Nippon Kokan Dieselmotoren

Passagiere: 1800

Lademeter: 1400

 

         

 

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